Aktuelles
Ausstellungstermin:
26. Mai bis 28. August
2005
Form suchen - Gestalt
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Das Werk von Frei Otto
www.freiotto-architekturmuseum.de
In der zweiten Hälfte des
20. Jahrhunderts hat kein anderer deutscher Architekt so große internationale
Anerkennung gefunden wie Frei Otto. Bereits 1954 erregte er mit seiner
Doktorarbeit "Das hängende Dach" erstes Aufsehen und hat seitdem
immer wieder Anstöße in die verschiedensten Richtungen gegeben. Sein Aufruf
1977 "Hört endlich auf zu bauen wie ihr baut ..." ist heute aktueller
den je. Frei Otto ist, ähnlich wie Buckminster Fuller ein Erfinder, der die
Welt neu zu erfassen und zu erklären versucht. Er träumt von neuen leichten
Membranen und Segeln, die sich wie eine zweite temperierte Schicht über die
Landschaft legen. Im Bereich der Leichtbauweise hat er sein Leben lang
geforscht, sie wissenschaftlich entwickelt und nach Möglichkeiten gesucht, mit
geringem Material- und Energieaufwand Dächer und Gebäudehüllen zu bauen. Frei
Otto ist Vorreiter auf den Gebieten Ökologie, Umweltverträglichkeit und
Energiesparsamkeit, Begriffe die heute in aller Munde sind. 1964 gründete er in
Stuttgart das Institut für leichte Flächentragwerke (IL), an dem er mit
Ingenieuren und Wissenschaftlern aus verschiedensten Fachgebieten arbeitete und
es in seiner 25jährigen Tätigkeit zu einem Forschungsinstitut mit Weltruf
aufbaute.
Zu seinen Hauptwerken
zählen: der Deutsche Pavillon für die Weltausstellung 1967 in Montreal, die
bewegliche Überdachung der Stiftsruine Bad Hersfeld, 1968, die Mitarbeit am
Münchner Olympiadach, 1972, die Gitterschale der Multihalle in Mannheim, 1971,
die im Bühnenboden versenkbaren Schirme für die Konzerttournee der Popgruppe
"Pink Floyd", 1978, die Zeltbauten für Saudi-Arabien, die Ökohäuser
der Internationalen Bauausstellung in Berlin 1985, die Mitarbeit am japanischen
Pavillon für die EXPO 2000 in Hannover und an dem Großprojekt Hauptbahnhof
Stuttgart.
Mit der Ausstellung würdigt
das Architekturmuseum der TU München das Lebenswerk des großen Architekten,
Konstrukteurs, Forschers, Lehrers, Visionärs und Moralisten. Seine Arbeit hat viele
inspiriert und bereichert. Die Auseinandersetzung mit seinem Werk wird noch
Generationen beschäftigen.

Atelier Frei Otto Warmbronn,
Christine Otto-Kanstinger,
Gisela Stromeyer, Mark
Heller
Studienmodell
"Membranformen"
um 1986
Foto: Atelier Warmbronn
© Atelier Frei Otto Warmbronn