Ausgewählte Arbeiten von Frei Otto und seinen Teams

Selected Works of Frei Otto and his Teams

 

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27.02.2003

Stuttgarter Nachrichten

 

 

Olympiareif

"Falsch, einfach draufloszubauen"

 

Noch 44 Tage bis zur NOK-Entscheidung

 

Herr Otto, als Architekt haben Sie Olympia-Erfahrung; hat Sie die Stadt Stuttgart bei den Planungen

konsultiert?

 

Nein, wenn die Stadt Stuttgart zu mir gekommen

wäre wegen einer Beteiligung an den Planungen,

dann hätte ich mich nicht verschlossen. Im

Allgemeinen reagiere ich jedoch nur, wenn ich gefragt

werde - oder wenn Gefahr für Menschen in Verzug ist,

was hier nicht der Fall ist.

 

Wie olympiareif ist Stuttgart?

 

Selbstverständlich kann Stuttgart die Olympischen

Spiele ausrichten. Das Verhältnis der Stadt zu der

Größe des olympischen Unternehmens ist vielleicht

nicht so ausgewogen wie in anderen Städten.

 

Olympia, eine Frage der Dimensionen?

 

Ein Hauptproblem ist immer, was man mit den

Bauten nach den Olympischen Spielen macht. Man

muss sich auch in Stuttgart fragen, ob man für den

Hochleistungssport solche Investitionen tätigen will,

denn für den Breitensport kann man diese speziellen

Bauten nur schwer adaptieren. Hier liegt das

wirkliche Problem der Olympischen Bauten in aller

Welt. München ist da eine Ausnahme, da das

Olympiagelände sehr gut platziert ist und viel genutzt

wird.

 

Haben Sie eine Lösung?

 

Nach den Spielen wurde die Schwimmhalle in

München zum Beispiel sehr schnell wieder

zurückgebaut. Es gab auch von mir schon

Vorschläge, Olympische Spiele ganz provisorisch

einzurichten. Also Bauten nur für die Zeit der Spiele

zu errichten, weil ansonsten die Investitionen doch

enorm sind. Wie stationär müssen olympische

Einrichtungen sein? Diese Frage muss im Vorfeld

gelöst werden, denn sicher ist es falsch, einfach

draufloszubauen und dann Ruinen zu hinterlassen.

 

Auch in Stuttgart setzt man auf bleibende Werte . . .

 

Die Spiele sind ein großes, sehr teures Fest.

Dauerbauten für kleinere oder mittlere Städte sind

stets viel zu groß; erst bei Millionenstädten können

solche Investitionen sinnvoll sein. Diese Sportstätten

müssen nach den Spielen auf vernünftige

Dimensionen verkleinert werden. Das verlangt flexible

Bauten, keine Monumente für mehrere Generationen.

 


 

 

 

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