A T E L I E R    F R E I   O T T O   W A R M B R O N N

 

mit

 

A R C H I TE K T U R B Ü R O    R A S C H  +  B R A D A T S C H

 

 

                                                                      

Schirme    Stuttgarter Schlossplatz

 

Ein Dach für alle Fälle, die architektonische und städtebauliche Attraktion für das Herz der Stadt. Ein spektakuläres Projekt für Stuttgart, das so weltweit noch nicht gebaut wurde und das international Anerkennung finden wird. Leichtbaukunst, die weniger wegen Ihrer Größe beeindruckt sondern die beispielhaft auf effiziente und elegante Weise Witterungsschutz für einen innerstädtischen Freiraum bietet ohne diesen Freiraum durch sichtbare bauliche Strukturen permanent zu verändern.

 

Wenn erwünscht schützen die vier großen Membrankelche die Besucher des Schlossplatzes vor Regen oder auch vor zu starker Sonneneinstrahlung. Die minimalen Strukturen stehen selbständig und fügen sich harmonisch in die bestehende städtebauliche Situation des Stuttgarter Schlossplatzes ein. Innovative, textile Architektur tritt nicht in Konkurrenz zu den umliegenden steinernen Bauten aus verschiedenen historischen Epochen, ganz im Gegenteil ergänzen sich ihre Andersartigkeit vortrefflich zu einer unverwechselbaren neuen Situation in Stuttgarts Mitte – ohne an dieser Stelle das Stadtbild dauerhaft zu ändern.

 

 

Sommerveranstaltungen auf dem Stuttgarter Schlossplatz erfreuen sich bei der Bevölkerung immer größerer Beliebtheit. Und der Platz im Herzen der Stadt ist zweifellos architektonisch wesentlich attraktiver, als beispielsweise ein abseits gelegenes Stadion und er bietet aufgrund seiner zentralen Lage in Bahnhofsnähe auch verkehrstechnisch eine beste Infrastruktur für Großveranstaltungen.

 

Die größte dieser Open Air Veranstaltungen, das Arena-of-Sound Konzert mit beinahe 60.000 Zuschauern wäre im letzten Jahr aufgrund eines starken Sommerregens beinahe ins Wasser gefallen. Um zukünftig das Regenrisiko für Sommerveranstaltungen möglichst auszuschalten, möchten wir der Stadt Stuttgart empfehlen, auf dem Schlossplatz ein bewegliches und versenkbares Regendach zu installieren.

 

Eingefügt in die bestehende Platzsituation werden vor dem Hof des Neuen Schlosses vier Großschirme mit jeweils einem Durchmesser von 46m und mit unterschiedlichen Höhen von 13m bis 15m in einer überlappenden Anordnung aufgestellt. Das gestaffelte Dach folgt dem natürlichen Gefälle des Platzes zum Schloss hin, wo üblicherweise auch die Bühnen für Veranstaltungen installiert sind. Bei einsetzendem Regen werden die Schirme ausgefahren, um in nur 5 Minuten ein Regendach von insgesamt ca. 6.000m² aufzuspannen. Bei Bedarf kann diese Fläche durch Hinzufügen weiterer Schirme vergrößert werden. Solange nicht benötigt, parken die zusammengefalteten Schirmkonstruktionen in ihren Köcherfundamenten, versteckt unter der Fußbodenoberfläche und unsichtbar für den Besucher des Schlossplatzes.

 

Das Schirmgestell, besteht aus 8 falt- und teleskopierbaren Armsystemen, die am zentralen Masten beweglich gelagert sind. Der Mast selbst ist auf einem Wagen befestigt, der in einem ca.13,5m langen Betonschacht vertikal verschoben wird. Das Schirmgestänge wird von modernsten, automatisch gesteuerten Hydraulikantrieben bewegt, um die Schirmmembrane mit ca. 1500m² aufzuspannen, zu falten, und in die Parkposition abzusenken. Die Schirmmembrane selbst besteht aus einem absolut witterungsbeständigem, transluzenten und dauerhaft flexiblem Teflongewebe. In kürzester Bauzeit können die einzelnen vormontierten Schirmkonstruktionen mit Antriebsaggregat in die vor Ort gefertigten Bodenhülsen eingesetzt werden. Nach Anschluss an Strom und Abwasser ist das wandelbare Dach für den Stuttgarter Schlossplatz betriebsbereit.

 

Das Budget für die Installation der 4 Schirme auf dem Stuttgarter Schlossplatz beträgt nach unseren ersten Schätzungen ca. 14 Mio. Euro.

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                          März 2004

 

© Atelier Frei Otto Warmbronn